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Wohneigentum wird noch teurer: Preise und Zinsen ziehen an
Im Jahr 2025 sind die Preise für Wohnungen und Häuser in Deutschland um 3,2 Prozent im Vergleich zu 2024 gestiegen, was den ersten Anstieg seit drei Jahren darstellt. Diese Entwicklung wird von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als besorgniserregend für Käufer angesehen, da die Banken auch für 2025 mit weiteren Preisanstiegen von drei bis vier Prozent rechnen.
„Wir rechnen damit, dass sich das Zinsniveau um die Marke von 4 Prozent einpendelt“, schreibt Benedikt Horwedel, Analyst bei der Landesbank LBBW.
Im vierten Quartal 2025 lagen die Preise für Wohnimmobilien im Schnitt 3,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dies stellt den fünften Anstieg in Folge dar, während die Preise im Vergleich zum Vorquartal mit 0,1 Prozent stagnieren. Besonders stark steigen die Preise in ländlichen Regionen, wo Käufer für Eigentumswohnungen 5,4 Prozent mehr zahlen müssen.
Die Erholung des Immobilienmarktes folgt auf eine Krise, die 2022 durch einen starken Zinsanstieg und rasant steigende Baukosten ausgelöst wurde. Im Jahr 2023 sanken die Preise um 8,4 Prozent, gefolgt von einem weiteren Rückgang von 1,5 Prozent im Jahr 2024. Die aktuelle Preissteigerung könnte jedoch die Hoffnung auf eine Erholung dämpfen.
Steigende Zinsen belasten Käufer und Bauherren
Die Kreditzinsen steigen aufgrund der Inflationserwartungen, die durch den Iran-Krieg verstärkt werden. Der Kreditvermittler Interhyp berichtet von einem Anstieg der Bauzinsen auf durchschnittlich fast 3,8 Prozent für 10-jährige Darlehen. Käufer, die eine Finanzierung mit wenig Eigenkapital planen, müssen mit Zinssätzen von über 4 Prozent rechnen.
| Jahr | Preisanstieg (%) |
|---|---|
| 2023 | -8,4 |
| 2024 | -1,5 |
| 2025 | +3,2 |
Die steigenden Zinsen könnten die Erholung des Neubausektors gefährden, der bereits unter den hohen Finanzierungskosten leidet. Schätzungen zufolge werden in diesem Jahr nur 215.000 Wohnungen fertiggestellt, was etwa 20.000 weniger ist als 2025 und deutlich unter dem Bedarf liegt.
Politische Maßnahmen und Herausforderungen
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den Wohnungsbau durch schnellere Genehmigungen voranzutreiben. Trotz dieser Bemühungen erwartet LBBW-Analyst Horwedel, dass der Mangel an Wohnraum vorerst nicht nennenswert sinken wird. „Aus eigener Kraft wird der Markt mittelfristig nicht auf mehr als 300.000 Fertigstellungen pro Jahr kommen“, so Horwedel.
Die Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt sind also weiterhin groß, und die Politik steht unter Druck, Lösungen zu finden, um die Wohnraumknappheit zu lindern.
„Wir hoffen sehr, dass sich die Situation von 2021 bis 2024 nicht wiederholt“, schrieb Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Immobilienpreise in Deutschland wieder steigen, während die Zinsen aufgrund geopolitischer Spannungen anziehen. Käufer und Bauherren sehen sich somit einer doppelten Belastung gegenüber, was die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter kompliziert.
Quellen: SZ.de, dpa
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